Gesellschaftliches Engagement mit Hand und Herz
Ein eindrucksvolles Beispiel für soziales Engagement ist die Beteiligung an einer Aktion rund um den Weltflüchtlingstag. Seit mehreren Jahren entsteht an der Reinoldikirche ein Mahnmal für Menschen, die auf der Flucht ums Leben gekommen sind. An dem Projekt beteiligen sich unterschiedliche Gruppen, darunter Kirchen, Flüchtlingsinitiativen, engagierte Privatpersonen sowie die Pfarrerin der Reinoldikirche.
Handwerk und Haltung
Eine zentrale Rolle übernimmt dabei die BvB Holzbearbeitung mit Ausbilder Peter Meinke. Eine so genannte Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) unterstützt junge Menschen dabei, sich auf eine Ausbildung vorzubereiten, berufliche Orientierung zu finden und fehlende schulische oder praktische Kompetenzen nachzuholen. Auf der Zeche Germania bietet das CJD zwei solcher Maßnahmen an.
Gemeinsam mit den Jugendlichen dieser BvB-Maßnahme entsteht ein Holzgestell, das den Rahmen des Mahnmals bildet. Die Teilnehmenden bearbeiten die Holzelemente, schleifen, lackieren und bereiten alles sorgfältig für den Aufbau vor. Auch während des Projektzeitraums und beim Abbau an der Reinoldikirche unterstützen sie tatkräftig.
„Für unsere Jugendlichen geht es dabei nicht nur um handwerkliche Arbeit“, erklärt Peter Meinke. „Während sie das Holz bearbeiten und das Mahnmal vorbereiten, setzen sie sich auch mit den Geschichten der Menschen auseinander, die auf der Flucht ums Leben gekommen sind. Das bewegt viele sehr und zeigt, wie wichtig Menschlichkeit und Zusammenhalt sind.“
Erinnern, damit Menschen nicht vergessen werden
Das Mahnmal besteht aus einem großen Holzgestell, in das Bänder gespannt werden. Daran hängen unzählige Fähnchen mit den Namen von Menschen, die auf der Flucht ertrunken sind. Die Idee und die Baupläne stammen aus der Initiative selbst, umgesetzt werden sie jedoch mit viel handwerklichem Können und großem Engagement in der Holzabteilung. Für die Jugendlichen ist die Mitarbeit dabei weit mehr als ein praktischer Auftrag: Sie erleben, dass ihre Arbeit Teil eines wichtigen gesellschaftlichen Zeichens wird.
Im Juni steht das Mahnmal eine Woche lang an der Reinoldikirche und muss nachts leider bewacht werden. Besonders bewegend wird die 24-stündige Lesung der Namen von rund 60.000 ertrunkenen Menschen sein. So bekommen die Opfer nicht nur eine Zahl, sondern ihre Namen und ihre Würde zurück – und die Arbeit der Holzabteilung schafft den Raum für dieses wichtige Gedenken.